Chronik – Neues Gerätehaus

fotoarchiv_5Die Nachfolge trat schließlich sein Sohn Friedhelm an, er wurde einstimmig zum neuen Gemeindewehrführer gewählt. Mit ihm fand man einen würdigen Nachfolger, der den an ihn gestellten Forderungen mehr als gerecht wurde, wie sich im Laufe der Jahre herausstellen sollte. Auch die anderen Wehren im Amt Haddeby erkannten dies schnell, so daß Friedhelm Schmidt schon 1975 zum stellvertretenden Amtswehrführer gewählt wurde.

Die Ansprüche an die Feuerwehren nahmen stetig zu und in Borgwedel, sowie auch im Amt Haddeby, bemühte man sich stets, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Im Frühjahr 1972 beschaffte man daher dringend benötigte Handfunksprechgeräte, so daß die Kommunikation am Einsatzort deutlich verbessert werden konnte Das die Wehr in ihm einen ehrgeizigen Führer gefunden hatte, wurde auch der Gemeindevertretung schon sehr bald deutlich. Auf seiner ersten Hauptversammlung gab er die Richtung vor, als er darauf hinwies, daß das Löschfahrzeug der Wehr zwar sehr gut erhalten sei, gleichwohl mit acht Jahren nicht mehr das neuste und zudem ständig überladen sei. Er gab der Hoffnung Ausdruck, schon bald ein größeres Löschfahrzeug zu bekommen! Damit dies Realität werden konnte, setzte er sich auch im Gemeinderat tatkräftig ein und im Januar 1975 konnte er seinen Kameraden mitteilen, daß ein arbeitsreiches Jahr auf sie warten würde: es sollte ein neues Gerätehaus gebaut werden und zwar im wesentlichen in Eigenleistung der Kameraden. Man hatte sich vorgenommen, daß jedes aktive Mitglied mindestens 50 Arbeitsstunden ableisten solle. Es wurden alle passiven Mitglieder aufgefordert sich ebenfalls zu beteiligen und man lud auch die Dorfbevölkerung ein, mit Hand anzulegen.

fotoarchiv_6So wurde das Jahr 1975 für die Wehr zum Wohl arbeitsreichsten seit ihrer Gründung: nicht nur, daß das neue Gerätehaus im wesentlichen fertiggestellt wurde, sondern es wurde durch Vermittlung von Hauptbrandmeister Schmidt auch ein zweites Fahrzeug beschafft! Der Löschzug III Friedrichsberg verkaufte ihr altes TLF an die Gemeinde Borgwedel. Da es sich um ein bereits 22 Jahre altes Fahrzeug handelte, mußte einiges an Arbeit investiert werden, um es einsatzbereit zu machen. Als es dann aber fertig war, wurde es der Stolz der Feuerwehrleute und erhielt den liebevollen Namen “Fanny”. Somit war die Freiwillige Feuerwehr Borgwedel erstmals mit einem wasserführenden Fahrzeug ausgerüstet, so daß der Brandschutz auch für die weit von Löschwasserstellen entfernt gelegenen Gebäude verbessert werden konnte. Dies durchgesetzt zu haben muß als eine der wichtigsten Erfolge des Wehrführers Friedhelm Schmidt angesehen werden!

Auch der Bau des Gerätehauses schritt zügig voran, alle Wehrmänner legten sich kräftig ins Zeug. Am 5. November 1976 konnte das neue Gerätehaus dann vom Bürgermeister an den Gemeindewehrführer in feierlichem Rahmen übergeben werden. Am nächsten Tag konnte dann während eines Tages der offenen Tür das neue Haus von der öffentlichkeit besichtigt werden. Insgesamt waren während dieser Zeit über 3000 Stunden freiwilliger unentgeltlicher Arbeitsleistung erbracht worden und man war mit Recht stolz auf diese Leistung. Doch auch die feuerwehrtechnische Ausbildung war nicht vernachlässigt worden, im Gegenteil, wohl auch bedingt durch die neuen baulichen und technischen Gegebenheiten war man motivierter und ehrgeiziger den je: von 1977 bis 1979 gewann man dreimal nacheinander den Schnelligkeitswettbewerb des Amtsfeuerwehrtages und konnte den Wanderpokal daher behalten. Mit der Fertigstellung des Gerätehauses und der verbesserten technischen Ausrüstung war man auch auf Amtsebene zum Vorbild geworden. Dies fand seinen besonderen Ausdruck darin, daß der Freiwillige Feuerwehr Borgwedel ab 1978 die Ausbildung der Feuerwehranwärter und Truppführer für alle amtsangehörigen Feuerwehren übertragen wurde. Diese verantwortungsvolle Aufgabe wird auch heute noch bei uns in Borgwedel wahrgenommen. Schließlich feierte man 1978 das fünfzigjährige Bestehen der Feuerwehr Borgwedel-Stexwig mit einem dreitägigen Dorffest. Sogar fünf Gründungsmitglieder konnten daran teilnehmen: Andreas Bahrenfuß, Johannes Schumacher, Johannes Kuhr, Johannes Meggers und Friedrich Locht.

Hier bewährte sich zum ersten mal die seit einiger Zeit bestehende Patenschaft mit den Pionieren der Bundeswehr, die tatkräftig bei der Ausrichtung diese Jubiläums halfen. über viele Jahre hat diese Freundschaft Soldaten und Feuerwehrleute einander nähergebracht und durch etliche gemeinsame Wettbewerbe auch Kontakte zwischen Bürgern und Bundeswehr geschaffen und vertieft. Das Jahrzehnt ging seinem Ende entgegen, allerdings nicht , ohne sich noch eindrücklich zu verabschieden. Die Schneekatastrophen des Winters 1978/79 werden vielen noch gut in Erinnerung sein. Sie forderte auch den Einsatz der Feuerwehr Borgwedel und zwar nicht nur zum Schneeräumen, sondern auch zum Brandeinsatz: am 5. Januar 1979 brannte ein Wochenendhaus auf der Kochkoppel in Stexwig. Trotz der Schneemassen konnte man anrücken, das Feuer niederkämpfen und ein übergreifen verhindern. Bei einem weiteren Einsatz auf der Ulmenkoppel in Borgwedel während der zweiten starken Schneefälle am 14. Februar 1979 war das leider nicht möglich. Aufgrund der starken Verwehungen konnte man nicht mit den Fahrzeugen ausrücken. Also blieb nichts anderes übrig, als zu Fuß zum Brandort zu eilen, bzw. sich durchzukämpfen, um dann mit Hilfe von Schaufeln, den Schnee als Löschmittel nutzend, ein übergreifen des Feuers zu verhindern. Das Objekt selbst war nicht mehr zu retten.

Vier weitere Einsätze des Jahres 1979, ein Feuer in der Milchkammer eines landwirtschaftlichen Betriebes in Stexwig, ein Scheunenbrand in Loopstedt, ein Teerwagenbrand in Selk und vor allem das Feuer bei einem Schausteller in Fahrdorffeld, machten deutlich, daß die Gefährdung der Feuerwehrleute durch entstehende Atemgifte weit größer war als durch das Feuer selbst. Daher war man erleichtert, im Juni endlich mit vier Atemschutzgeräten ausgerüstet zu werden.

Gleichermaßen nahm die Forderung nach besserer Einsatzkleidung zu, besonders die Anschaffung von Sicherheitsstiefeln lag dem Sicherheitsbeauftragten am Herzen.